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Grauer Star (Katarakt): Welche Schüßler-Salze können begleitend eingesetzt werden?

Grauer Star

Beim Grauen Star – medizinisch Katarakt genannt – trübt sich die ursprünglich klare Augenlinse zunehmend ein. Die Betroffenen haben häufig das Gefühl, wie durch einen Schleier oder eine beschlagene Scheibe zu sehen. Farben verlieren an Leuchtkraft, Kontraste werden schwächer und helles Licht kann plötzlich unangenehm blenden.

Schüßler-Salze können bei einem Grauen Star begleitend eingesetzt werden. Es gibt innerhalb der Biochemie einige Salze, die traditionell zur Unterstützung der Augen und der Sehkraft verwendet werden.

Wie entsteht ein Grauer Star? Ursachen und Risikofaktoren

Die Linsentrübung entwickelt sich meist langsam und betrifft vor allem ältere Menschen. Sie kann jedoch auch durch Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes, durch Verletzungen, bestimmte Medikamente oder eine starke Belastung der Augen mit UV-Strahlung begünstigt werden.

Symptome: Woran erkennt man einen Grauen Star?

Ein Grauer Star verursacht normalerweise keine Schmerzen. Die Veränderungen entwickeln sich schleichend und werden deshalb anfangs manchmal kaum wahrgenommen.

Typische Beschwerden sind:

  • verschwommenes oder nebliges Sehen
  • das Gefühl, durch einen Schleier zu schauen
  • erhöhte Licht- und Blendempfindlichkeit
  • Schwierigkeiten beim Autofahren in der Dunkelheit
  • Lichthöfe um Lampen und Scheinwerfer
  • schwächere Kontraste
  • blass oder gelblich wirkende Farben
  • häufig wechselnde Brillenstärke
  • Doppelbilder auf einem Auge
  • zunehmende Unsicherheit beim Lesen oder Gehen

Bei solchen Veränderungen sollte das Auge immer augenärztlich untersucht werden. Eine Katarakt muss außerdem von anderen Augenerkrankungen, beispielsweise einem Glaukom oder einer Erkrankung der Netzhaut, unterschieden werden.

Welche Schüßler-Salze passen bei Grauem Star?

Nr. 1 Calcium fluoratum D12: bei Verhärtung und Trübung der Augenlinse

Das wichtigste Schüßler-Salz bei Grauem Star ist die Nr. 1 Calcium fluoratum D12.

Calcium fluoratum gilt in der Biochemie als das Salz der Elastizität und Festigkeit. Es wird immer dann eingesetzt, wenn Gewebe seine natürliche Geschmeidigkeit verliert, verhärtet oder sich strukturell verändert.

Die Augenlinse muss gleichzeitig klar, elastisch und formbar sein. Mit zunehmendem Alter verändert sich ihre Eiweißstruktur. Sie wird fester und verliert allmählich ihre Transparenz. Aus biochemischer Sicht passt die Nr. 1 deshalb besonders gut zu den langsamen, verhärtenden und degenerativen Veränderungen des Altersstars.

Calcium fluoratum ist kein Salz für eine kurzfristige Anwendung. Es gehört zu den langsam wirkenden Aufbausalzen und sollte bei chronischen Veränderungen über einen längeren Zeitraum eingenommen werden (Monate bis Jahre).

Nr. 4 Kalium chloratum D6: bei Schleiersehen und weißlich-grauer Trübung

Die Nr. 4 Kalium chloratum D6 wird traditionell bei weißlichen oder gräulichen Veränderungen eingesetzt. Es ist das Salz der Schleimhäute und wird in der Biochemie außerdem mit Ablagerungen im Gewebe in Verbindung gebracht.

Bei einem Grauen Star kann die Nr. 4 die Nr. 1 ergänzen, insbesondere wenn das Sehen als milchig, weißlich oder wie durch einen Schleier beschrieben wird.

Auch wenn gleichzeitig eine Neigung zu Entzündungen, weißlichen Absonderungen, verschleimten Atemwegen oder wiederkehrenden Schleimhautbeschwerden besteht, kann Kalium chloratum D6 zusätzlich in Betracht gezogen werden.

Nr. 5 Kalium phosphoricum D6: bei nachlassender Sehkraft und Erschöpfung der Augen

Die Nr. 5 Kalium phosphoricum D6 ist das Nerven- und Energiesalz der Schüßler-Therapie. Es ist angebracht, wenn neben der nachlassenden Sehkraft eine deutliche Erschöpfung besteht.

Es passt beispielsweise, wenn die Augen nach dem Lesen oder Arbeiten am Bildschirm schnell ermüden, wenn die Sehkraft bei Müdigkeit schlechter wird oder wenn eine allgemeine nervliche Erschöpfung hinzukommt.

Kalium phosphoricum D6 richtet sich dabei weniger an die Trübung der Linse als an die Überforderung und Ermüdung des Sehsystems.

Nr. 8 Natrium chloratum D6: bei gestörtem Flüssigkeitshaushalt der Linse

Die Augenlinse besteht zu einem großen Teil aus Wasser. Damit sie optimal funktionieren kann, benötigt sie einen fein regulierten Flüssigkeitshaushalt.

Die Nr. 8 Natrium chloratum D6 ist das zentrale Schüßler-Salz zur Regulierung der Flüssigkeitsverteilung. Sie wird bei trockenen, gereizten oder tränenden Augen eingesetzt.

Besonders passend kann die Nr. 8 sein, wenn zusätzlich trockene Augen, ein Fremdkörpergefühl, Tränenfluss oder eine allgemeine Neigung zu Störungen des Wasserhaushaltes bestehen.

Nr. 9 Natrium phosphoricum D6: bei Stoffwechselbelastung und Übersäuerung

Die Nr. 9 Natrium phosphoricum D6 harmonisiert den Stoffwechsel und den Säure-Basen-Haushalt. Sie kann ergänzend ausgewählt werden, wenn neben dem Katarakt deutliche Stoffwechselbelastungen vorhanden sind.

Dazu können Übergewicht, erhöhte Blutzuckerwerte, eine Neigung zu Sodbrennen, Gicht oder eine allgemein säurebetonte Stoffwechsellage gehören. Gerade Diabetes ist ein bekannter Risikofaktor für die Entstehung eines Grauen Stars. Eine gute medizinische Einstellung des Blutzuckers ist hier besonders wichtig.

Die Nr. 9 Natrium phosphoricum D6 behandelt jedoch weder Diabetes noch eine Linsentrübung. Sie ist als begleitendes Stoffwechselsalz zu verstehen.

Nr. 11 Silicea D12: bei nachlassender Festigkeit und Regeneration

Die Nr. 11 Silicea D12 ist neben Calcium fluoratum D12 ein wichtiges Salz für die Struktur und Regeneration des Gewebes. In der Homöopathie heißt es bei Silicea: „Katarakt bei Büroangestellten“, also bei Menschen, die viel lesen und Bildschirmarbeit leisten.

Während die Nr. 1 stärker für Elastizität und Verhärtungen steht, wird die Nr. 11 eher dem Aufbau, der Festigung und der Regenerationsfähigkeit des Gewebes zugeordnet. Beide Salze lassen sich deshalb gut miteinander kombinieren.

Silicea passt besonders zu langsam fortschreitenden, altersbedingten Veränderungen und zu Menschen, bei denen gleichzeitig brüchige Nägel, schwaches Bindegewebe, trockene Haut oder eine geringe körperliche Widerstandskraft auffallen.

Welche Ergänzungssalze passen bei Grauem Star?

Nr. 21 Zincum chloratum D6: bei Stoffwechsel, Zinkbedarf und Diabetes

Die Nr. 21 Zincum chloratum D6 ist das wichtigste Ergänzungssalz für den Zinkstoffwechsel. Zink ist an zahlreichen enzymatischen und antioxidativen Vorgängen beteiligt und spielt auch für die Verarbeitung von Vitamin A eine Rolle.

Innerhalb der Schüßler-Therapie wird die Nr. 21 besonders bei Stoffwechselstörungen, verzögerter Regeneration und einer erhöhten Belastung durch Diabetes eingesetzt. Sie kann deshalb bei Katarakt interessant sein, wenn gleichzeitig Diabetes, erhöhte Blutzuckerwerte, schlechte Wundheilung oder eine deutliche Stoffwechselschwäche bestehen.

Zincum chloratum D6 ist jedoch kein zwingender Bestandteil jeder Katarakt-Kur, sondern ein individuell auszuwählendes Ergänzungssalz.

Nr. 26 Selenium D6: bei oxidativer Belastung

Selenium ist wichtig für den antioxidativen Zellschutz. Da oxidative Prozesse (durch aggressive Sauerstoffverbindungen) an der altersbedingten Veränderung der Augenlinse beteiligt sein können, lässt sich die Nr. 26 Selenium D6 als ergänzendes Schüßler-Salz einordnen.

Sie kann besonders bei älteren Menschen, starker Erschöpfung, schwerer Krankheit, hoher körperlicher Belastung oder einer langjährigen Belastung durch Rauchen und Umweltfaktoren erwogen werden.

Kombination von Schüßler-Salzen bei Grauem Star

Als sinnvolle Grundkombination eignen sich:

Bei Erschöpfung/Überanstrengung auch an die Nr. 5 Kalium phosphoricum D6 denken. Bei einer ausgeprägten Stoffwechselbelastung können die Nr. 9 Natrium phosphoricum D6 und gegebenenfalls die Nr. 21 Zincum chloratum D6 ergänzt werden. Die Nr. 26 Selenium D6 kommt als individuelles Begleitsalz bei erhöhter oxidativer Belastung infrage.

Es werden 3–4 Salze als Kur zusammengestellt. Sie können gleichzeitig eingenommen werden.

Dosierung und Einnahme

Bei chronischen Beschwerden können von jedem ausgewählten Salz täglich dreimal zwei Tabletten eingenommen werden. Die Tabletten werden direkt im Mund oder gemeinsam in einer Flasche mit stillem Wasser aufgelöst und über den Tag verteilt schluckweise getrunken.

Da sich ein Grauer Star langsam entwickelt, sollte auch die begleitende Einnahme über einen längeren Zeitraum erfolgen. Nach etwa acht bis zwölf Wochen kann überprüft werden, ob sich das Allgemeinbefinden, die Belastbarkeit der Augen oder begleitende Beschwerden verändert haben.

Wann zum Augenarzt? Die augenärztliche Behandlung nicht hinauszögern

Schüßler-Salze können die Strukturen der Augen und die Sehfähigkeit sehr gut unterstützen. Die übliche Behandlung einer fortgeschrittenen Katarakt ist die Operation, bei der die getrübte Linse durch eine Kunstlinse ersetzt wird.

Eine augenärztliche Untersuchung ist besonders wichtig, wenn sich die Sehkraft deutlich verschlechtert, Doppelbilder auftreten, das Autofahren bei Dunkelheit unsicher wird oder ein Auge plötzlich wesentlich schlechter sieht. Plötzliche Sehstörungen, Lichtblitze, ein dunkler Schatten, starke Augenschmerzen oder ein gerötetes Auge sind keine typischen Zeichen eines einfachen Altersstars und müssen sofort medizinisch abgeklärt werden.

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